Cyanotypie,  Randbemerkungen

Dreierlei Notizen zu Müll

Glasmüll Saufen macht schwach – nicht nur im Hirn. Oder wie sonst wäre so was zu erklären?

Batterie von Pfandflaschen auf einer Bank weit abseits des Dorfs
Überschlägig sechs Kilo leichter als beim Hintransport, und trotzdem bleibt es in der Landschaft stehen.

Kohlefasermüll Beim Fahrrad­bau war es jahrzehntelang gute Sitte, dass Ketten­blätter mit Schrauben und Gewinde­hülsen mit der Tret­kurbel verbunden wurden. Zu meiner Zeit waren das fünf Schrauben, das wurde irgendwann zwecks Gewichts­ersparnis auf vier reduziert. Na gut, kann man machen. Der nächste Evolutions-, nein, Degenerations­schritt ist schlimmer: Neuer­dings werden die Gewinde direkt in den Kurbel­arm geschnitten. Dufte: Spart bestimmt gleich noch mal drei Gramm ein. Aber wenn dann die Kurbel auch noch aus Carbon ist, und wenn der Fahrer ordent­lich Kraft aufs Pedal bringt, und wenn dann ein Gewinde ausreißt … Genau so was ist mir neulich mal zu Augen gekommen – eine fraglos schöne, leichte Campa Chorus 11-fach-Kurbel mit ausge­rissenem Ketten­blatt-Gewinde. Tja, wär das eine Hülsen­mutter, dann müsste man einen Cent-Artikel austauschen, so wird es ein bisschen teurer, weil halt die komplette Kurbel­garnitur zu entsorgen ist. Aber abgesehen vom Pekuniären finde ich so was ja vor allem ökologisch absurd, und bei solchen Sachen denke ich immer, dass wir offen­sicht­lich noch viel zu wenig Regu­lierung auf den Märkten haben – solche Fehl­konstruk­tionen dürften doch erst gar nicht in den Verkauf kommen.


Papiermüll Auch mit dem Hinter­gedanken, den Chemie-Aufwand in der Dunkel­kammer zu redu­zieren, habe ich ange­fangen, mit Cyanotypie-Papier als Negativ­material zu experi­mentieren. Der erste Versuch war aller­dings ernüch­ternd. Zwar habe ich eigens das licht­starke, (wahr­scheinlich) unver­gütete, also gut UV-durch­lässige Episkop-Objektiv 3,6/330mm an die 13×18-Kamera geflanscht, aber eine Drei­viertel­stunde Belichtungs­zeit in strah­lender Mittags­sonne war noch nicht ansatz­weise genug. Zwar zeichnete sich auf der ursprüng­lich hell­grünen Beschichtung das Motiv bereits deutlich in Blau ab, aber eben nur vor dem Wässern / Fixieren. Nach dem Wasser­bad war alles wieder raus­gewaschen. Nächstes Mal eher drei Stunden als Start­belichtung, für Wande­rungen und Rad­touren also eher ungeeignet. – Womöglich würde man mit der neueren Cyanotype-Rezeptur nach Mike Ware auf deutlich kürzere Zeiten kommen, aber da ist dann halt auch wieder mehr giftige Chemie im Spiel. Dann doch lieber normale Negative und davon wieder Cyano-Positive …

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