Randbemerkungen

Drosseln

Im Schatten eines nicht definierten Buschs duckt sich auf rötlichen Terrassenplatten eine Singdrossel. Ihr Körper zieht eine Diagonale nach links oben durchs Bild, dominierend ist der fast weiße, gefleckte Bauch.

Es war zwar nur diese eine Sing­drossel, die sich heute auf der Terrasse foto­grafieren ließ – aber es geht bei der Über­schrift ja auch nicht um, sondern ums Drosseln:

Denn heute ist der deutsche Earth Overshoot Day, die Wiki­pedia über­setzt das mit Erdüber­lastungstag. Also der Tag, an dem rechne­risch die natür­lichen Ressourcen für dieses Jahr aufge­braucht wären, wenn die ganze Welt so leben würde wie Deutsch­land – ab morgen leben wir auf Pump. Zwar ist das deutsche Datum deutlich später als etwa das für den nord­ameri­kanischen Konti­nent (dieses Jahr 13. März) oder gar Katar und Luxem­burg (beide schon Anfang bis Mitte Februar); aber der globale Over­shoot Day liegt halt, schlimm genug, erst im Spätsommer.

Die Menschheit als Ganzes lebt also über ihre Verhält­nisse, und Deutsch­land noch mal über­propor­tional stark. Global gesehen war übrigens mein Geburts­jahr das letzte, in dem am 31. Dezember noch minimal Reserve war. Ob ich das wohl noch mal erlebe? Man wird ja noch träumen dürfen …

(Zum immer strammeren Abdriften der USA in Richtung funda­menta­listischer Gottes­staat wäre beizeiten auch was zu sagen, aber für heute belasse ich es bei zwei Links zu Roe v. Wade, einmal im Guardian und einmal im Verfassungsblog.)

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