Zu viele Druckpressen
Mit nüchternem Realismus betrachtet, habe ich zu viele Druckpressen und andere Maschinen und Geräte in meiner kleinen Werkstatt.

Es fühlt sich ziemlich krass an, diesen Satz zu tippen, denn wie jede Druckkünstler*in weiß: Die Phrase „zu viele Druckpressen“ ist zwar grammatisch zulässig, inhaltlich aber völlig absurd 🙂 Aber im Ernst:
Einiges an Maschinen und Werkzeugen in meiner kleinen Druckerei gibt es doppelt, weil ich vieles darin bei Werkstatt-Auflösungen bekommen habe, und das lief dann meist nach dem Motto „Picken gilt nicht, du musst den Raum schon leer machen“. Und dann konnte ich zwar einiges bei der Familie im Nachbarort unterstellen oder auch in meinen begrenzten Räumlichkeiten stapeln; aber besser, als es noch länger ungenutzt zu horten, ist ja wohl, wenn es bei einer Kollegin / einem Kollegen zum Einsatz kommen kann.
Zu diesen abzugebenden Geräten gehören unter anderem: eine Andruckpresse fürs Format ca. DIN A3 • ein UV-Belichter 50×70 • ein bisschen was an Dunkelkammerbedarf einschließlich eines sehr alten SW-Vergrößerers fürs Negativformat 5×7″/13x18cm • sowie diverse Bleisatz-Schriften in gut nutzbaren Größen (keine 6p-Beipackzettel-Lettern, sondern meist 1–3 Cicero). Das alles ist alt und hat seine Gebrauchsspuren, ist aber grundsätzlich benutzbar; nichts davon lässt sich versenden, weil zumeist monströs groß und schwer, alles nur zur Abholung (zwischen Hamburg und Lübeck) – bring your own truck und ggfs. auch eine Elektro-Ameise 🙂
Was ich ganz sicher nicht tue: die Geräte beim bekannten Inserate-Portal einstellen. Denn ich möchte keine marktüblichen Preise dafür haben – manches ist zu verschenken, anderes für einen symbolischen Betrag abzugeben. Aber niedrige Preise locken in diesem Teil des Internets notorisch merkwürdiges Volk an, und darauf hab ich schon gar keine Lust.
Wenn du also im Druckkunst- oder auch Analogfoto-Bereich arbeitest, in diesem Bereich studierst oder eine Ausbildung machst und noch ein bisschen was an Atelier-Ausstattung brauchen kannst: Schreib mir eine E-Mail mit ein paar Sätzen über dich an christian [at] cwoehrl [punkt] de, und ich schreibe dir ausführlich zurück, was es mit den Maschinen und sonstigem Gerät im Detail auf sich hat – wenn dann Interesse besteht, vereinbaren wir gern einen Besichtigungstermin.
(Falls das auf dich selbst nicht zutrifft, du aber jemanden kennst, die*der …: gern weitersagen!)
3 Comments
Frau Fragezeichen
Orrr!
Als altes Druckkünstlerkind werd ich ganz aufgeregt, haha. Kann natürlich aber selber gar nix damit anfangen, als in Nostalgie schwelgen. Ich hoffe, sie finden ein liebevolles Heim!
Aebby
Bei dem Vergößerer war ich kurz in Versuchung die Hand zu heben. Die Stimme der Vernunft auf der anderen Schulter hat mir dan wieder abgeraten.
Christian Wöhrl
Diese Stimme kenne ich in dem Kontext ja auch … Negativentwicklung lässt sich für meine Zwecke noch gut rechtfertigen, aber Abzüge mache/brauche ich so selten, dass zum einen die Chemie zu schnell oll wird, ich aber vor allem zu wenig Routine habe, um zielsicher und ohne viel Ausschuss zum gewünschten Ergebnis zu kommen. (Gerade mit so einem 80 Jahre alten Gerät muss man sich aber Routine erarbeiten, damit alles klappt.) Und die paar Male, die ich tatsächlich ein großes Negativ zu projizieren habe, kann ich das erfahrungsgemäß auch nach etwas Gebastel mit der GF-Kamera und Klarglas statt Mattscheibe machen.