Vermischtes Morbides
Wäre es moralisch vertretbar gewesen, Adolf Hitler zu ermorden?
Vermutlich tendieren auf Basis des heutigen Wissens die meisten von uns zu „Ja“. Ich auch, obwohl es für eine Position absoluter Gewaltlosigkeit natürlich auch brauchbare Argumente gibt. Aber bleiben wir einfach bei „Ja“. Dann stellen sich zwingend ein paar Anschlussfragen: Wäre es auch in Ordnung gewesen, Himmler, Goebbels, einen von Goebbels’ engsten Mitarbeitern …? Schon schwieriger, oder? Und auch knifflig: Ab welchem Zeitpunkt wäre es jeweils in Ordnung gewesen, oder anders:
Was musste passieren, damit Gewalt eine legitime Lösung wurde? Und lässt sich diese Frage auch sinnvoll im Präsens stellen, oder kann es sein, dass sich so etwas überhaupt erst in der Rückschau beurteilen lässt?
Ich gestehe: Zu diesem Themenkomplex habe ich keine überzeugenden Antworten im Angebot. Aber solche Fragen finde ich gerade ziemlich faszinierend – nicht erst, aber noch mal etwas verstärkt seit gestern.
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Wenn ich an einem getöteten Tier auf/an der Landstraße vorbeikomme, meldet sich bei mir häufig der Impuls, ein Foto zu machen. Meist unterdrücke ich ihn, aber für diesen Fuchs habe ich neulich noch mal gewendet, weil mir die Szenerie doch recht symbolstark vorkam. (Man sieht etwas Blut, daher erst nach Klick auf den Ausklapp-Pfeil sichtbar.)

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Und warum finde ich es völlig normal, dem Fuchs-Bild eine Warnung voranzustellen, aber bei viel detaillierteren Fotos von Bienen oder Fliegen, die mal genauso lebendig waren und jetzt genauso tot sind, sehe ich dafür keine Notwendigkeit? Mag das damit zu tun haben, dass der Fuchs ein Säugetier und damit ein vergleichsweise naher Verwandter ist? Ich kann’s nicht sicher sagen, aber ich beobachte mich selbst beim Abwägen und find’s spannend. – Wie seht ihr das: Würdet ihr eher die Insekten-Makros mit Warnhinweis versehen, weil sie vielleicht als gruselig empfunden werden?
(Alle vier übrigens mit relativ simpler Technik: Nikon Series E 35mm in Retrostellung am Balgen, ca. 15–50 unterschiedliche Fokus-Einstellungen je Aufnahme, aber immer nur ein Ausschnitt und entsprechend flott verarbeitet.)



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Nicht morbide, aber auch eher finster: Soweit ihr eigene Blogs habt, mehren sich da auch so drastisch die Versuche, sich unbefugten Zugang zu verschaffen? Seit ich die Admin-Bereiche meiner Wordpress-Sites von so ’nem Zerberus-Plugin bewachen und angreifende IP-Adressen sperren lasse, war es in der Regel so, dass übern Monat durchschnittlich eine Sperre pro Stunde aufgetreten ist. Aber seit einigen Wochen, vielleicht zwei Monaten, sind die Zahlen in der Statistik erheblich angestiegen, zum Teil auf mehr als 1500 Angriffe pro 24 Stunden oder einen pro Minute. Das find’ ich schon ziemlich heftig. Nimmt man dann noch die AI-Crawler dazu, die sich im Web ihr Trainingsmaterial zusammenklau(b)en, dann muss man wohl davon ausgehen, dass locker 95 Prozent allen Traffics auf so einer Internetseite Maschinenmüll und/oder krimineller Natur ist.
Und umgekehrt fühlt es sich so an, als gelte diese Größenordnung auch für die im Web noch auffindbaren Inhalte. Bah, nahezu egal, wonach ich in den letzten Monaten gesucht habe, zuallermeist waren die ersten zwei bis drei Dutzend Fundstellen unbrauchbar, weil offensichtlich lieblos oder gleich vom LLM zusammengerotzte, lausig übersetzte Linkschleudern. Ich weiß: Die Lamentos, dass das Internet früher viel besser war, sind mindestens so alt wie Netscape; aber andererseits war das Internet früher halt schon viel besser, oder?
😉

2 Comments
uli
Ja.
Klaus
Die Insektenfotos sind ja unglaublich gut!
Auch das Foto des Fuchses hat etwas. Ja, es hat definitv etwas mit der Tierart zu tun. Pieksende Mücken erschlägt man ohne Nachzudenken. Einem aus dem Nest gefallenen Vogel versuchen wir zu helfen.
Mein Blog ist anscheinend zu unbekannt; aktuell kaum Attacken. Eine Zeitlang gab es viele Versuche bei meinem Kinoblog; umbenennen der Login-Seite hat 95% erledigt.