Digitales Composing,  Randbemerkungen

Zweierlei Buchstabensalat

Ob sich wohl die Mozilla Foundation schon bei Apple für die Gratis­werbung für Thunder­bird bedankt hat?

Ich hab ja Thunder­bird schon seit Jahren auf dem Büro-Rechner, aber weil es gegen­über der system­eigenen Mail-App ein paar Einschrän­kungen hat (vor allem vermisse ich das bequeme Hand­ling mehrerer unter­schied­licher Signaturen für dasselbe Konto), verwen­dete ich es bisher fast nur für die sel­tenen Fälle, in denen ich GPG-Verschlüs­selung brauche. Aber seit OS 26.x (ich habe wie immer erst bei der .1-Version aktua­lisiert) ist es mein Standard­programm geworden. Und zwar deshalb:

Quadratischer ScreenShot einer E-Mail mit sehr viel Text. Der Inhalt ist egal, entscheidend ist die Darstellung in einer sehr fetten, komprimierten Schrift, die den Text nahezu unlesbar macht.

Aus irgend­einem Grund werden in Apples eigener App Mail-Texte – nicht alle, aber viele, und es betrifft sowohl Multi­part- als auch Plain-Inhalte, also kein System erkennbar – neuer­dings in einer klitze­kleinen Helvetica Compressed darge­stellt, und das kann man nicht ändern. Jeden­falls nicht dauer­haft: Selbst nach Deinstal­lation aller eigenen Schriften nebst Zurück­setzen der Schrift­sammlung konnte ich zwar wieder meine Wunsch­schriften einstellen, aber das hielt nur ein paar Stunden, und am nächsten Tag galt es wieder diese typografie­ähnlichen Hasen­köttel zu entziffern.

Bekannt zu sein scheint der Effekt schon seit Monaten, aber offen­sicht­lich nicht sehr weit verbreitet, denn man findet dazu sehr wenig (was aber auch am galop­pierenden Verfall der Such­maschinen-Qualität liegen mag), das Wenige fast nur im englisch­sprachigen Netz – und vor allem ist nichts darunter, was eine echte Lösung darstellt. Der Hinweis auf den Schrift­sammlungs-Reset war noch das Viel­verspre­chendste, aber wie gesagt … Einen Bug report habe ich an hoffent­lich geeig­neter Stelle zwar auch einge­reicht, aber da hab’ ich wenig Hoff­nung. Also bleibe ich jetzt erst mal bei Thunder­bird und versuche mich mit den begrenzten Signatur-Optionen zu arran­gieren. Immerhin kann ich dort jede Mail sofort lesen, ohne sie vorher in einen Editor kopieren und neu forma­tieren zu müssen, und das ist wohl das Minimum dessen, was man von einem Mail-Programm erwarten darf.


Vom digi­talen zum analogen Buch­staben­salat: Heute war mir mal danach, ein neues univers­elles Artikel­foto zu produ­zieren für Texte, in denen es primär um deutsche Bundes­politik geht 🙂

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