Verschlusssachen
Vielleicht erinnert ihr euch an den ⇢ Beitrag über den defekten Zentralverschluss meines 210er Objektivs. Durch einen glücklichen Zufall bin ich neulich an einen selbstspannenden Prontor-Verschluss derselben Größe gekommen, dessen Zeiten noch tadellos gleichmäßig laufen, und habe das Objektiv vorfreudig umgebaut. Allerdings hat es jetzt eine völlig andere Charakteristik – siehe diese beiden Vergleichsfotos jeweils bei Offenblende, links im defekten Copal eingebaut und rechts im Prontor, fotografiert habe ich jeweils den gerade nicht verwendeten Verschluss:


Freund*innen des gepflegten Lichtkullerns haben’s natürlich sofort gesehen, worauf ich hinauswill: Die Unschärfekreise sind beim Prontor gar keine, sondern es sind Fünfecke. Bei Offenblende?? Ja, der Prontor-Verschluss selbst öffnet sich viel weiter als seine Blende, sodass nicht mal die größte Öffnung kreisrund, sondern immer von der Form der Blendenlamellen definiert wird. Tja, ist halt Großformat-Technik, und da werden die Optiken nun mal nicht auf das cremigste Bokeh hin optimiert, sondern auf optimale Leistung bei Arbeitsblende 22. Und dann sind die Unschärfekreise ohnehin meist so klein, dass es auf ihre exakte Form nicht ankommt. – Jedenfalls hab ich jetzt wieder ein 210er, das ich an der Reisekamera auch ohne ND-Filter und mit kurzen Verschlusszeiten verwenden kann; sehr erfreulich! Nur halt tunlichst nicht mehr bei Offenblende, denn so ein Pentagon, das liefert heutzutage doch eher hässliche Assoziationen …