Randbemerkungen

Ein historisches Interview

Im September 2009 gab es auf CDU.TV ein kleines Film­chen, in dem die damalige stell­vertretende CDU/CSU-Fraktions­vorsitzende inter­essante Posi­tionen zum Umwelt- und Klima­schutz formu­lierte. Weil’s so schön ist, habe ich mir erlaubt, es ⇢ nach der Fassung auf YouTube voll­ständig zu transkribieren:

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CDU.TV: Katherina Reiche im Gespräch: Umwelt und Klima­schutz (September 2009)

[Vorspann, männ­licher Sprecher aus dem Off]
Eine wich­tige Rolle im gemein­samen Regierungs­programm von CDU und CSU spielt das Thema Umwelt. Im Gespräch mit CDU.TV beant­wortet Kathe­rina Reiche die wich­tigsten Fragen und gibt einen Ausblick auf zukünf­tige Vorhaben in diesem Bereich.

[Zwischentitel: Die Bedeutung der Umwelt]

[Katherina Reiche, per Einblen­dung vorge­stellt als stellv. CDU/CSU-Fraktions­vorsitzende]
Wir wollen unseren Kindern eine saubere, intakte Umwelt hinter­lassen. Als drei­fache Mutter werde ich schon kritisch gefragt: Mama, was ist mit dem Müll? Mama, warum ist die Luft so dreckig? Mama, warum schmelzen die Polkappen? Das sind Fragen, die nicht nur Kinder betreffen, die müssen poli­tisch gelöst werden. Und deshalb wollen wir, dass wir die Erderwärmung auf maximal 2 Grad begrenzen helfen.

[Zwischentitel: Umweltschutz und die Krise]

[KR]
Die Finanzkrise ist haus­gemacht. Da können Sie mit Menschen verhan­deln, mit Banken, mit Staaten, und können helfen, die Probleme zu lösen. Der Klima­wandel ist schwie­riger in den Griff zu bekommen, weil ganz viele Akteure zusammen­genommen werden müssen, und mit der Natur lässt sich auch schwer verhan­deln.
Außerdem ist der Klima­wandel eine ganz lang­fristige Aufgabe, und umso wich­tiger ist es, dass wir bei den nächsten inter­nationalen Verhand­lungen so erfolg­reich sind wie Angela Merkel in den vergan­genen Jahren, wenn es darum ging, die euro­päischen Regierungs­chefs, aber zum Beispiel auch Amerika und Russ­land für mehr Klima­schutz zu gewinnen; und das wird ihr auch diesmal gelingen.

[Zwischentitel: Vorhaben für die nächsten 4 Jahre]

[KR]
Wir wollen die erneuer­baren Ener­gien weiter ausbauen. Das heißt ja nicht nur neue Techno­logien, das heißt auch mehr Arbeits­plätze. Inno­vative Arbeits­plätze, an denen viele andere euro­päische Länder, aber auch China und Indien hoch­inter­essiert sind, also ein echter Export­markt.
Wir wollen, dass wir im Bereich Haus­moderni­sierung und Moderni­sierung der Heizungs­systeme, ja, aber auch bei den Dingen, die wir alle kennen, wie Kühl­schränken und Wasch­maschinen, Energie sparen. Und wir wollen uns dem Thema Elektro­mobilität zuwenden. Gerade in großen Städten ist das ein großes Thema.

[Zwischentitel: Was können die Bürger tun?]

[KR]
Jeder Einzelne kann sich über­prüfen oder sich zum Beispiel über­prüfen lassen. Da sind zum einen die eigenen Kinder ganz gut geeignet. Ich denke, wir müssen aber auch in der Schul­bildung einiges tun.
Jeder kann kritisch durch sein Haus gehen und über­legen, habe ich Energie­spar­lampen? Wie effektiv sind meine Geräte? Was kann ich an meinem Haus tun? Wo muss ich isolieren? Wie verhalte ich mich, wenn ich mich bewege? Nehme ich die Bahn, das Fahrrad oder das Auto?
Dennoch muss Umwelt- und Klima­schutz etwas sein, was die Leute gern bereit sind mitzumachen.

[Abspann – Mehr Infos auf: www.cdu.de]

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Kann mir jemand die Diskre­panz zu ihrem heutigen Agieren als de facto Bundes­ministerin für Erdgas­lobbyismus und schnellst­mögliche Zerstö­rung der mensch­lichen Existenz­grund­lagen erklären? Wenn das vor 16,5 Jahren nicht voll­ständig geheu­chelt war – wie kommt man, als Mutter!, von so einem Erkenntnis­stand auf eine derart aben­teuer­liche Rolle rück­wärts? Bis vor kurzem hatte ich noch ange­nommen, dass es sich bei Frau Reiche schlicht um einen CDU-typischen Beitrag zur Emanzi­pation handle inso­fern, als man Korrup­tion nicht mehr rein männ­lich konno­tiert wissen möchte. Aber Bestech­lichkeit allein würde mir das nicht erklären – so viel Geld und so viel Macht gibt es doch gar nicht, dass man dafür frei­willig seine Kinder vor den Zug schubst?

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