Randbemerkungen

Lieber etwas Schönes

Am zurück­liegenden Wochen­ende hat meine Tochter gehei­ratet. Es war eine Hoch­zeit zweier aktiver Pfadis, Pfad­finder*­innen machen einen großen Teil des Freundes­kreises des Paares aus, und so war die Pfad­finderei auch ein wesent­licher Teil der Feier (die freie Trauung leitete der jüngere Bruder meines Schwieger­sohns): Beide hatten ihre Tücher so vorbe­reitet, dass sie während der Zere­monie ein zuvor heraus­getrenntes Stück aus dem eigenen ins Tuch des/der Anderen einnähten – das empfand ich als sehr starke, berührende Symbolik.

Vieles an diesem Hochzeits­wochenende war selbst orga­nisiert: vom Fest­zelt, das einem befreun­deten (Pfadi-)Paar gehört und das wir am Vorabend der standes­amtlichen Trauung nebst mehreren Jurten auf einer Wiese in der Heide aufstellten, über die Deko – meine Liebste hatte etliche Nächte lang Blumen­appli­kationen auf Töchter­chens Kleid genäht sowie schier unend­lich viele Blumen nicht nur von mehreren Florist*­innen, sondern auch aus den Gärten der Familie zusammen­getragen – bis zu vielen Service- und Logistik-Aspekten, die aus den betei­ligten Pfadfinder-Stämmen „gestemmt“ wurden. Das Ganze hat wunderbar und nahezu reibungslos funktio­niert und war für mich ein großer Licht­blick an einem Wochen­ende, das auf Nachrichten­ebene sehr finster ausklang.

(Deshalb ersetzt dieser Beitrag auch meine gestrige Reaktion auf Sachsen-Anhalt, denn ich glaube, wir brauchen mehr denn je Schönes, Verbin­dendes, Mensch­liches statt immer noch mehr Ärger.)

5 Comments

  • ben_

    Zauberhafte Idee. Also, das mit dem Ersetzen des Beitrages von gestern. Und wunderschöne Photos und schöne Trauung. In der Sache gibt es ja auch noch Nähe: In meinem Freundeskreis herrscht schon lange die These, dass der Aufstieg der AfD auch etwas mit dem Niedergang verbindener Elemente in der Gesellschaft zu tun hat. Von den Pfadfinder.innen weiss ich nur wenig. Aber: wir waren früher dem CVJM nahe, mit viel Naturzeug und sehr wenig Religon, und wenn ich mit der einzigen Freundin, die ich kenne, die bei den Pfadfinder ist, dann klingt das immer sehr ähnlich. Und mein Eindruck, ist, dass solche Gemeinschaften und die Haltungen dahinter einfach weniger geworden sind, obwohl sie den Menschen eigentlich gut tun … tja, ach …

  • Aebby

    „denn ich glaube, wir brauchen mehr denn je Schönes, Verbin­dendes, Mensch­liches statt immer noch mehr Ärger.“

    Du hast so recht.

    PfadI-Hochzeiten sind schon etwas besonderes. Alles Gute und ein „Gut Pfad“ an die Tochter und den Schwiergersohn. PfadI – Sein hat in unserer Familie schon eine Tradition über drei Generationen hinweg.

  • derbaum

    war sie nicht eben noch ein teenager (isz euer dd-besuch schon so lange her?) – wie auch immer: ich wünsche den beiden, verspätet, alles gute und ein tolles leben zu zweit, dritt, viert… 😉

  • Christian Wöhrl

    Lieben Dank für all eure Wünsche, die ich gern auch weitergereicht habe!
    @Dirk, ja, Dresden ist schon wieder entsetzlich lange her – und zu dritt sind sie schon ein Weilchen, wobei Nr. 3 auf vier Pfoten daherkommt … Emma sieht zwar aus wie der Hound of the Baskervilles, hat aber den Charakter eines Schönwetterwölkchens 🙂

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