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Am Oberwaldsee

Im NSG Oberwaldsee von Dietesheim: Felsen und Brücke spiegeln sich im tiefblauen Wasser.

Einer der besonderen Orte meiner Jugend: das Natur­schutz­gebiet Ober­waldsee von Dietes­heim im Kreis Offen­bach. Damals war es aller­dings noch kein NSG – das wurde erst 1989 ausge­wiesen, als ich nicht mehr in der Region wohnte. Die Brücke oben im Bild gab es früher noch nicht, dafür hatten wir Mitte der 1980er noch Schleichwege, die es heute nicht mehr gibt, und man konnte in den Felsen rum­kraxeln oder auch schwimmen, was dort heute (zugegeben: aus gutem Grund) verboten ist. Foto­grafieren ist aller­dings noch erlaubt, und das war auch damals schon meine Lieblings­beschäftigung.

Vom ersten Ferienjob-Verdienst hatte ich ca. 1985 eine Nikon FE-2 gekauft mit 2,8/55 Makro. Das Objektiv war, an einer Digitalen, auch diesmal dabei und ist hier für die Bilder 3–9 verantwortlich. Und weil mir beim Knipsen im NSG einfiel, dass ich damals meist Kodachrome 25 verwendet habe (hach, hatte der Farben …!), habe ich aus Nostalgie mal versucht, das in der Nach­bear­beitung der heurigen Fotos zu simu­lieren. Aber ans sagen­haft tiefe Himmels­blau des Originals, am besten noch mit Polfilter, kommt das natürlich nicht ran 🙂

So viele Bilder hätte ich damals von einem Motiv wohl nicht gemacht – Koda­chrome mit seiner Spezial­entwicklung war ja nicht eben taschen­geld­freundlich:

11 Comments

  • derbaum

    siehste – so unterschiedlich war das – farbe gabs in der ddr fast gar nicht – und wenn nur mit einem viertel jahr wartezeit und zu immensen preisen (ich glaube das bild eine mark oder so ähnlich, 9×13…). und selber entwickeln – s/w ja aber farbe .? wir haben es einmal probiert – is nix geworden und war auch unbezahlbar…

    • Christian Wöhrl

      Ja, da hat sich viel geändert, und aus deiner Perspektive wohl noch einiges mehr. Auf Kodachrome hat man zwar auch gewartet, aber vielleicht eine Woche oder zwei. Und wenn ich mich recht erinnere, habe ich mir als Schüler im Schnitt einen 36er Film pro Monat erlaubt, im Urlaub etwas mehr.

      Ein Euro pro Aufnahme ist aktuell meine Faustregel für einen SW-Rollfilm, nur Film und Selbst-Entwicklung. Aber eine Mark war in Kaufkraft damals wohl noch eine andere Kategorie … Und an Farbentwicklung habe ich mich nie rangetraut, obwohl das inzwischen ja sehr beherrschbar geworden sein soll. Aber was da an entsorgungspflichtiger Chemie zusammenkommt, das passt einfach nicht mehr in dieses Jahrhundert, finde ich.

        • Christian Wöhrl

          Ich hab die Preise aus den Achtzigern gar nicht mehr präsent, weder die für Fotoarbeiten noch die allgemeinen Lebenshaltungskosten … Mein Gedächtnis ist entsetzlich löchrig :-/

    • Christian Wöhrl

      Von Luftaufnahmen konnten wir damals natürlich nur träumen – da hätte man wohl wilde Basteleien mit Heißluftballon und Zeitschaltuhr machen müssen 🙂

  • Gerhard

    Die Simulation ist gelungen.

    Ich erinneere mich, daß ich erst sehr spät mit Fotografie anfing. Mein jüngerer Bruder fotografierte viel mehr, aber durch die Familie zum Schluss zu recht wenig.

    Vor 20 Jahren versuchte ich mich erfolgreich mit Portraitfotografie, analog. Vorher nur Urlaubsdokus mit ganz reduzierter Fotoanzahl.
    Durch ein enttäuschendes Foto-Ergebnis einer USA-Reise gab ich das ziemlich auf.
    Erst 2017 nahm das Fotografieren Fahrt auf. Jetzt ist es absolut nicht wegzudenken. Bis bei fast 225.000 Aufnahmen mit meiner Nikon angelangt.

    • Christian Wöhrl

      Durch ein enttäuschendes Foto-Ergebnis einer USA-Reise gab ich das ziemlich auf.

      Reisebilder finde ich auch mit am schwierigsten – man ist von tollen Bildbänden angefixt und wenn man dann selbst mit begrenztem Zeitbudget vor Ort ist, stimmt das Licht in den seltensten Fällen … Das hat lange gedauert, bis ich mich in meiner eigenen Erwartungshaltung nicht ständig enttäuscht habe, bzw. auf manche Reisen habe ich erst gar keine Kamera mitgenommen.

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