Digitales Composing,  Randbemerkungen

Ziemlich bunter Sammeleintrag

Es hat sich ein bisschen was ange­sammelt, was ich jetzt mal en bloc abarbeite:

Lüneburg, der Kanal am Stint mit dem Kran, nachts, beleuchtet. Durch Langzeitbelichtung ziehen Wolken wie gemalt durchs Bild.

Noch von neulich: eine Nacht­aufnahme aus Lüne­burg. Genauer zwei unter­schied­lich lange Belich­tungen, quick and dirty mit Affi­nity zu einem HDR zusammen­gefrickelt. Und nein, es sind keine UFOs, sondern die lästigen Effekte eines sehr streu­licht­empfind­lichen Objektivs.

***

Lesetipp 1:

All paths forward come back to the fact that democracy is not a spectator sport.

Neulich habe ich illuminem.com, eine englisch­sprachige Plattform für Infor­mationen zu Energie und Nach­haltig­keit aus unter­schied­lichen Quellen, entdeckt, und dort den Artikel Decapi­talising Our Minds einer austra­lischen Akti­vistin, der ziem­lich viele meiner Gedanken in letzter Zeit gut zusammen­fasst. Mit meinen eigenen Über­legungen gemein hat er auch den Umstand, mehr Problem­beschrei­bung als konkreter Lösungs­ansatz zu sein, trotz­dem fand ich ihn gut genug zum Weiter­empfehlen.

***

Heute in der Mittags­pause war ich besser ausge­stattet als norma­ler­weise, denn ich hatte neben der Kamera auch Mini­stativ und Kabel­auslöser dabei. Und nach dem reich­lichen Regen der letzten Tage war auch mal ein biss­chen Bewe­gung in den Rinn­salen im Wald:

Die ersten drei Bilder sind durch Kombi­nation von je 11–13 deckungs­gleichen Einzel­belich­tungen entstanden, wie hier unter Alter­native zwei beschrieben. Danach bin ich dann ein wenig kecker geworden und habe diese Technik mit der des Schärfe­stapelns kombi­niert, um nicht so weit abblenden zu müssen und trotzdem viel Schärfen­tiefe zu haben. Die moosige Wurzel am Bach ist das Ergebnis aus 6 Ebenen mal 10 Belich­tungen, das einzelne grüne Blatt hat sogar 21 Fokus-Ebenen mal je 10 Einzel­belich­tungen – in der Spalte rechts sieht man die erste, elfte und 21. Schärfe­ebene je als Einzel­bild (und noch ohne Kontrast­bearbeitung).

Außerdem habe ich mich mit dem Focus Stacking auch noch mal an Stern­chen­moos versucht sowie an einem Zapfen-Dril­ling. Beim Moos-Stapel muss während der Einzel­bilder unter dem einen Blatt ein Käfer entlang­gewandert sein – der hat durch die Bear­beitung jetzt einige über­zählige Beine bekommen 🙂

***

Lesetipp 2:

An der Hamburger Univer­sität gibt es, ich wusste das bis neulich auch nicht, ein Exzellenz­cluster «Climate, Climatic Change, and Society». Und eine der Spreche­rinnen dieses Clusters, Prof. Anita Engels, spricht hier aus sozio­logischer Sicht über die Klima­krise. Das geht, na klar, in eine grob ähnliche Rich­tung wie der Text oben; aber im Moment kann ich über diesen Themen­komplex einfach nicht genug lesen – nicht um noch schneller zu verzwei­feln, sondern weil ich im Gegen­teil hoffe, dass mit mehr Input auch ein paar Ideen kommen, wie ich mich selbst sinn­voller­weise verhalten kann.

***

Der Himmel über meinem Dorf, tagsüber:

Mächtige sonnenbeschienene Wolke unter blauem Himmel, über kleinen Siedlungshäusern. Oben rechts im Bild der halbe zunehmende Mond, daneben ragt ein Ast ins Bild.

***

Guck- und Hörtipp:

Von einigen von euch weiß ich, dass ihr experi­men­tellen Klängen nicht abge­neigt seid. Dann kennt ihr diesen Film viel­leicht schon, aber falls nicht: Sisters with Tran­sistors – Die ver­kannten Hel­dinnen der elek­troni­schen Musik. Eine wunder­bare Doku­menta­tion über die Früh­zeit der Tape Recorder und Synthe­sizer, gesprochen von Laurie Anderson.

***

Der Himmel über meinem Dorf, nachts:

Nachthimmel über unserer Hofeinfahrt, um den Mond ist ein großer Halo sichtbar. Einzelne lange Belichtung , weniger intensive, natürlichere Farben
Nachthimmel über unserer Hofeinfahrt, um den Mond ist ein großer Halo sichtbar. Intensive Farben durch die Kombination mehrerer unterschiedlicher Belichtungen

Heute hatte der Mond ein prima Halo – das war so riesen­groß, dass ich das 18er Objektiv an der Full­frame brauchte, um es kom­plett abzu­bilden. Die dezen­tere Version ist eine Einzel­belich­tung, 82 Sekunden bei ISO 50, während die buntere ein HDR aus vielen kür­zeren Belich­tungen bis ISO 25.600 ist.

2 Comments

  • uli

    Wieder mal danke für die Lesetipps. Wobei der zweite zwar eher deprimierend ist, aber doch ein paar gute Gedanken bereithält. So z.B. die Überlegung, dass individuelle Veränderungen nicht wegen, sondern trotz des von der Industrie erfundenen CO2-Abdrucks nötig sind – als Signal sowohl an die Umgebung als auch an Politik und Wirtschaft. Beim ersten (den ich gerne übersetzt weiterempfehlen würde) geht es mir wie dir: Gute Analyse, aber was jetzt?

    • Christian Wöhrl

      Zum Thema »Was jetzt?« kann ich als Sofortmaßnahme immerhin vermelden: Ich habe die Erlaubnis der Autorin, den Text zu übersetzen 🙂

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.