Randbemerkungen

Genau das ist das Problem

Gerade hatte ich das beglückende Erlebnis, mit einem überzeugten FDP-Wähler über Wirtschaftswachstum, Deregulierung und all die anderen Dinge sprechen zu können, die man halt dufte findet, wenn man sein Weltbild seit den 1960er Jahren nicht mehr aktualisiert hat. Danke der Nachfrage, meinem Blutdruck geht’s okay – aber zum Schluss sagte er, Reg dich nicht auf, wir können sowieso nichts ändern, und in dem Moment wurde mir klar, dass es genau diese Einstellung ist, die mich am allermeisten aufregt. Himmel, selbst wenn niemand die Welt im Alleingang rettet, macht es halt trotzdem einen Unterschied, ob ich einen noch so kleinen Beitrag dazu leiste, dass es besser wird, oder ob ich durch mein Tun und Lassen Nach mir die Sintflut praktiziere.

Zwischendurch warf Töchterchen die Frage auf, ob wohl immer noch gilt, was man früher sagte, dass es nämlich besser ist, egal-welche-demokratische-Partei zu wählen, als gar nicht zu wählen. Und so ganz sicher waren wir uns da nicht – denn wenn du ein Feuer zu löschen hast und dir aus irgendeinem Grund keiner der verfügbaren Schaumlöscher sympathisch ist, dann ist es ja auch besser, nichts zu machen, als noch Benzin draufzukippen …

2 Comments

  • Frau Momo

    Für mich ist gar nicht wählen tatsächlich keine Option. Aber ich gebe zu, seit vielen Jahren wähle ich das für mich vermeintlich kleinste Übel. So wirklich überzeugen tut mich keiner mehr.
    Die FDP wollte neulich gar nicht mit mir reden, als ich an ihren Wahlkampfstand in Lüneburg herantrat. Ich habe doch so niedrigen Blutddruck, da hätte mir ein Gespräch mit diesen Schnöseln vielleicht gut getan 🙂
    Ich denke schon, dass wir was tun können. Es ist nur nicht damit getan, alle paar Jahre seine Kreuze zu setzen.

    • Christian Wöhrl

      Ich bin ziemlich sicher, dass ich in paarunddreißig Jahren auch keine einzige Wahl ausgelassen habe. Aber wie du schreibst, durchaus nicht immer mit Leidenschaft für die Partei oder Kandidatïn, bei der ich jeweils das Kreuz mache … Und richtig, es ist nur ein kleiner Baustein dessen, was wir selbst in der Hand haben. Man möchte halt nur nicht immer genau gegen die Strömung angehen müssen, die aktuell von der Politik vorgegeben wird, aber im Moment bin ich mal wieder einigermaßen illusionslos.

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wirtschaftsfreundlich oder menschenfreundlich?

Setzen Sie Prioritäten.
Die Parteien tun es ja auch.

Danke, auch im Namen
Ihrer Enkel:innen.

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